Deniza Petrowa und ihr Leben in Edinburgh

Sonntag, 28 Dezember 2025, 12:27

Deniza Petrowa

Deniza Petrowa

FOTO Privatarchiv von Deniza Petrowa

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Die Universität Edinburgh ist die viertgrößte Universität Großbritanniens und wurde 1583 gegründet. 57 Jahre lang war Seine Hoheit Prinz Philip ihr Rektor, seit 2011 übernimmt diese Rolle seine Tochter Prinzessin Anne. Seit einem Jahrzehnt spielt die Bulgarin Deniza Petrowa eine wichtige Rolle als Dozentin an dieser renommierten Bildungseinrichtung.

Vor Jahren eroberte die Hauptstadt Schottlands mit ihrer magnetischen nordischen Schönheit, ihrer Geschichte und ihren universitären Traditionen das Herz von Deniza Petrowa. Sie entschied sich, dort ihre akademische Ausbildung fortzusetzen und blieb anschließend als Teil des Teams der Universität Edinburgh. Heute unterrichtet Deniza Petrowa Digital Design in einem speziellen Masterstudiengang in Präsenz- und Fernunterrichtsform, für den jedes Jahr zwischen 70 und 80 neue Studierende aufgenommen werden.

Digitales Design ist ein recht allgemeiner Begriff, aber unsere Kurse umfassen Grafik- und Webdesign, Design von mobilen Anwendungen, 3D-Modellierung, Animation und Spieledesign sowie Augmented Reality“, erklärte Deniza Petrowa gegenüber Radio Bulgarien und fügte hinzu, dass die Bewertung auf der Grundlage von Projekten erfolgt, die von den Studierenden zu verschiedenen designbezogenen Themen entwickelt wurden. Darüber hinaus reichen sie ihren Dozenten schriftliche Arbeiten im Umfang von 6.000 bis 8.000 Wörtern ein:

Sie sollten Zitate und Betrachtungen zu ähnlichen Projekten weltweit enthalten. Wenn ein Student eine Art Modernisierung eines Museums vornimmt, muss er uns erzählen, was ihm an den untersuchten Projekten gefallen hat und was nicht. Unsere Studenten leben nicht in einem Vakuum, und ein Teil unserer Arbeit besteht darin, dass sie sich mit dem Geschehen um sie herum auseinandersetzen und ihr Umfeld kennenlernen. Auf diese Weise entwickeln sie sich weiter und erwerben neues Wissen“, erklärte Deniza Petrowa.

Единбургският университет

Der Bulgarin wurde noch eine weitere äußerst verantwortungsvolle Aufgabe anvertraut – Deniza Petrowa ist Mitglied einer Sonderkommission, die sich mit Plagiaten an der Hochschule befasst:

An jeder Universität gibt es Kommissionen, die Fälle von Plagiaten durch Studierende oder die Verwendung künstlicher Intelligenz prüfen. Diese Kommission prüft die ihr vorgelegten Fälle und beurteilt, ob der Vorwurf zutrifft und wenn ja, inwieweit er die jeweilige schriftliche Arbeit betrifft und ob eine Strafe verhängt werden muss. Die Arbeit ist interessant, aber auch sehr verantwortungsvoll“, so Deniza Petrowa.

Zu den Aufgaben der Dozenten an der Universität gehört es, in verschiedenen Kommissionen mitzuwirken. Die Kollegen von Deniza Petrowa sind der Meinung, dass sie diese verantwortungsvolle Position gut ausfüllen wird.



Ich habe mich für künstliche Intelligenz interessiert und dafür, wie sie die Landschaft für kreative Menschen verändern wird und bereits verändert. Wir haben auch einen anderen Ausschuss, dessen Aufgabe es ist, Richtlinien für den Einsatz künstlicher Intelligenz durch Studierende und Lehrende zu entwickeln und umzusetzen. Das ist etwas, was in der Designbranche bereits geschieht, und wir können es nicht aufhalten“, sagte Deniza Petrowa.

Aufgrund ihres äußerst dynamischen Alltags, der mit vielfältigen Aufgaben gefüllt ist, hat unsere Landsfrau keine Möglichkeit, aktiv am Leben der bulgarischen Gemeinschaft in Edinburgh teilzunehmen. Obwohl es im Vergleich zu den Jahren vor dem Brexit weniger sind, gibt es in der Stadt Bulgarinnen und Bulgaren, die dort ihre eigenen Unternehmen und Familien gegründet haben, erzählte uns Deniza Petrowa. Es gibt auch Gemeinschaften in Dundee, Aberdeen, Glasgow und in den kleineren schottischen Städten in der Umgebung.

Vor Covid gab es meiner Erinnerung nach mehr bulgarische Veranstaltungen. Ich hatte eine Gruppe, die ich besuchte, weil es für mich eine interessante und bereichernde Erfahrung war, und es gab auch Konzerte. Die Gemeinschaft, die ich kenne, ist eher mit der Universität verbunden, wo es viele kleine Studentenvereinigungen gibt, darunter auch eine bulgarische, aber ich weiß nicht immer, was dort los ist“, so Deniza Petrowa.

Deniza Petrowa ist auch Teil eines Autorenteams für ein neues Buch mit dem Titel „The student guide to creative studio in a digital age” (Der Leitfaden für Studenten zum kreativen Studio im digitalen Zeitalter), zusammen mit ihrem Kollegen Doug Speck von der University of Westminster in London:

Ich habe noch keine Pläne für eine Übersetzung ins Bulgarische, aber ich habe nichts dagegen, dass es übersetzt wird. Es ist das Ergebnis meiner Arbeit der letzten 10 Jahre, in denen ich in einer hybriden Umgebung gearbeitet habe. Darin gibt es viele Beispiele von jetzigen und ehemaligen Studenten, die erzählen, wie sie in dieser neuen Umgebung arbeiten“, so Deniza Petrowa.

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Übersetzung: Antonia Iliewa

Redaktion: Rossiza Radulowa

Fotos: Provatarchiv vom Deniza Petrowa



Gestaltet von Rossiza Radulowa