Autor
Diana Zankowa
Artikel
Donnerstag 8 Januar 2026 14:14
Donnerstag, 8 Januar 2026, 14:14
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In der Vorweihnachtszeit hat ein Unternehmen aus Targowischte eine App als Geschenk für bulgarische Kinder im Ausland entwickelt. Ziel der Initiative ist es, die Verbindung zur Heimat zu vertiefen, damit die Kinder Bulgarien lieben und stolz darauf sind, Bulgaren zu sein.
Bei Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten stellten die Entwickler fest, dass Kinder im Ausland oft nur begrenzt Informationen über Bulgarien erhalten. Daraus entstand die Idee, ihnen dieses Wissen gebündelt zur Verfügung zu stellen.
„Die Kinder möchten mehr über Bulgarien erfahren, damit es für sie nicht nur ein oder zwei Sommerwochen bedeutet“, sagt die Projektleiterin Dessislawa Pingelowa. „Sie interessieren sich sehr für Geschichte, Traditionen, Kultur und Sehenswürdigkeiten. Deshalb haben wir beschlossen, all diese Informationen an einem Ort zu sammeln und eine App zu entwickeln, die das Wissen und das Heimatbewusstsein der Kinder stärkt.“
Die App trägt den Namen „Ich bin ein bulgarisches Kind“, angelehnt an das bekannte Gedicht des Patriarchen der bulgarischen Literatur Iwan Wasow. Darin können sich die Kinder unter anderem nicht nur mit seinen Werken, sondern auch von Dobri Tschintulow, Christo Botew, Pejo Jaworow, Dimtscho Debeljanow, Ran Bossilek u.a. vertraut machen.
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„Wir haben genug Lebenserfahrung und wissen, was uns als Kinder und Erwachsene bewegt hat“, ergänzte Dessislawa Pingelowa. „Alle Texte in der App sind Originalinhalte. Wir haben nach eigenem Ermessen die interessantesten Fakten über unser Land und die schönsten Sehenswürdigkeiten ausgewählt. Die Fotos stammen von den bekannten Fotografen Pentscho Tschukow und Radoslaw Parwanow.“
Neben Literatur bietet die App eigene Bereiche zu Geschichte, Traditionen und Bräuchen, Sehenswürdigkeiten sowie Wissenswertem.
„Behandelt werden unter anderem die Antike, das Großbulgarische Reich, das Mittelalter, die nationale Wiedergeburt und Befreiung, die Kriege um die nationale Einheit sowie Bulgariens Beitrag zur Weltkultur. Vorgestellt werden Orte wie die Altstadt von Plowdiw, das Freilichtmuseum Etar, Kap Kaliakra und die Salzseen am Pomorie-See. Auch auch Bräuche am Lazarustag, zu Weihnachten und Neujahr, am Johannestag, die Feuertänzer und das Rosenfest in Kasanlak finden Platz, ebenso wie Themen aus Wissenschaft und Technologie“, erläuterte Dessislawa Pingelowa.
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Die Initiatoren sind überzeugt, dass das Kennen der Vergangenheit hilft, Nihilismus zu überwinden und das Land mit Stolz zu betrachten.
„Unsere
ursprüngliche Idee war es, die App für Kinder zu entwickeln. Doch
dann dachten wir, dass sie auch für ihre Eltern interessant sein
könnte, eigentlich für alle – egal, ob sie im Ausland oder in
unserem Land leben, da der Inhalt für alle Altersgruppen gedacht
ist“, so Dessislawa Pingelowa.
FOTO Facebook/ Bulgarische Sonntagsschule „Asbukartscheta“
Bei der Entwicklung erhielt das Projekt Unterstützung von Schülern des Nationalen Aprilow-Gymnasiums in Gabrowo, vom Hausmuseum „Pejo Jaworow“ in Tschirpan sowie von Raliza Negenzowa, einer Nichte von Ran Bossilek. Die erste Auslandspräsentation fand an der Bulgarischen Sonntagsschule „Asbukartscheta“ in Madrid statt.
„Viele Kinder tanzen Volkstänze und interessieren sich für Bräuche, haben diese aber nie live erlebt“, erklärte Pingelowa. „Mit der App möchten wir ihr Interesse wecken, damit sie bei einem Besuch in Bulgarien gezielt kulturelle und historische Orte kennenlernen und eine schöne Erinnerung mitnehmen.“
Die App „Ich bin ein bulgarisches Kind“ soll künftig weiterentwickelt und auch anderen bulgarischen Gemeinschaften im Ausland vorgestellt werden. Ziel ist es, dass Bilder, Fotos und Videos Inspiration für alle Bulgaren werden, ihre Geschichte und Kultur besser kennenzulernen und stolz auf ihr Land zu sein.
Übersetzung: Rossiza Radulowa
Gestaltet von Rossiza Radulowa